Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten

Wissenschaftliche Propädeutik

Wissenschaftliche PropädeutikPresseberichten zufolge sind selbst Studenten höherer Semester vielfach nicht in der Lage, wissenschaftlich zu arbeiten. Nicht nur Satzbau und Zeichensetzung lassen zu wünschen übrig, auch die grundlegenden Kenntnisse über den Aufbau einer Semesterarbeit von der Thesenerstellung bis zum Quellen- und Literaturverzeichnis sind nur ungenügend. Ganz zu schweigen vom richtigen Zitieren, was ja selbst bei Doktorarbeiten bekanntermaßen zu Problemen führt.

Offenbar werden eingehende Kenntnisse erwartet, aber woher sollen sie kommen, wenn Schüler und Studenten nicht entsprechend auf das wissenschaftliche Arbeiten vorbereitet werden?

Diese Fragestellung führte dazu, dass wir uns entschlossen haben, die Schülerinnen und Schüler unserer neuen Oberstufe in einem Schnellkurs mit den notwendigen Grundlagen zu versehen. Drei Tage waren dafür vorgesehen.

Am Anfang stand eine Einführung in den Aufbau einer wissenschaftlichen Arbeit. Es folgten die Regeln über das richtige Zitieren von Fachliteratur und ein ABC der Rhetorik, denn die gefundenen Erkenntnisse sollen schließlich auch interessant und gewinnend einer Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Nach der theoretischen Einführung hatten unsere neuen Oberstufler anderthalb Tage Zeit, eine eigene Projektarbeit nach den gelernten Regeln zu erstellen. Die Themen konnten dabei frei gewählt werden. Die Frage, wie Schlangen auf Licht reagieren, war ebenso vertreten wie eine Befragung, welchen Veränderungen im Erziehungsverhalten muslimischer Eltern durch das Leben in der deutschen Kultur geschehen. Diabetes und Lungenkrebs standen neben der Frage, woher der rote Farbstoff im Lippenstift kommt oder ob es Leben im Weltall gibt.

Der letzte Tag war für die Präsentation des Erarbeiteten reserviert. Jeder Teilnehmer musste den Mitschülern sein Thema möglichst interessant vorstellen.

Mit viel Phantasie, sehr viel Engagement und erstaunlichem Fachwissen präsentierten alle ihre neu erworbenen Erkenntnisse. Im Anschluss gab es Rückfragen zum Thema und eine gemeinsame Bewertung der Art und Weise des Vortrags.

Das Projekt hat allen sehr viel Spaß gemacht und so nebenbei wichtige Erkenntnisse für die weitere Arbeit in der Oberstufe und darüber hinaus gebracht.

Detlef Faber