„Zum Assessment-Center: Bitte folgen Sie mir!“

Was macht ein Lehrer zwei Tage vor den Weihnachtsferien, wenn (fast) alle Arbeiten geschrieben sind, vier Stunden Unterricht am Stück anstehen und die Luft bei den Schülern raus ist?

Ein wirksames Mittel, um Bewerber um einen Ausbildungsplatz zu „sortieren“, ist für größere Firmen das Assessment-Center. Hier werden die Bewerber, die die Einstellungstests geschafft haben, noch mal genau auf den Prüfstand gestellt.

Konkrete Aufgaben müssen im Team oder alleine bewältigt werden.

Einstellungstests hatte die 10. Klasse als Vorbereitung auf die spätere Bewerbungssituation bereits probeweise gelöst, nun stand die Simulation eines Assessment-Centers an.

Kleine Teams wurden gebildet, dann kam die Aufgabe:

Bauen Sie gemeinsam einen möglichst hohen und kreativen Turm.
Zur Verfügung stehen Ihnen 5 Bögen Papier, eine Schere und Klebstoff.
Sie haben 30 Minuten Zeit. - Und los!

Sofort machten sich die Teams an die Arbeit. Es wurde geschnippelt und geklebt, Ideen diskutiert und wieder verworfen. Stück für Stück wuchsen die Phantasiegebilde in die Höhe. Einige Teams mussten mit der Erdanziehungskraft kämpfen – der Turm wollte einfach nicht selbstständig stehen.

Die anschließende Auswertung machte es deutlich: Bei den meisten Teams stimmte die Teamarbeit, und auch der Einsatz war vorbildlich.

In einer zweiten Runde musste jeder für sich alleine „kämpfen“: Nach einer (gedachten) längeren Geschäftsreise warteten 14 verschiedene Aufgaben am Schreibtisch. Und nur eine Stunde Zeit! Alle Briefe und Anfragen mussten genau gelesen und dann nach Wichtigkeit und Eilbedürfnis sortiert werden. Was konnte warten, was musste sofort erledigt werden, was konnte delegiert werden?

Auch hier zeigten die Schüler viel Einfühlungsvermögen und Urteilsfähigkeit.

Vier Unterrichtsstunden, die schnell vergingen und interessante Einblicke ermöglichten.

Detlef Faber